Vorbereitungen

Jeder Therapeut, der sich mit der Akupunktur oder der Chinesischen Kräuterheilkunde befasst, hat mit Sicherheit den Wunsch einmal (oder mehrmals???) einige Zeit in China zu verbringen. Bei den meisten scheitert es an finanziellen oder zeitlichen Problemen. Einige wenige haben das Glück, dass sie bereits während der Ausbildung einen Chinatripp mit allfälligem Praktikum absolvieren können. Die meisten jedoch verschieben dieses Projekt auf unbestimmte Zeit nach hinten. Mein Entschluss nach China zu gehen, fasste ich um die letzte Weihnachtszeit. Anstatt, wie üblich mit meiner Familie an das Meer zu fahren, hatte ich plötzlich den Wunsch in das Land der Mitte zu reisen um dort während der Ferien ein spätes Praktikum an einem TCM Krankenhaus abzuhalten. Meine Frau, die sowieso von Asien begeistert ist und mich schon einige Male in den fernen Osten schleppen wollte, war natürlich sofort Feuer und Flamme. Somit war der Entschluss gefasst.

Anfänglich war es gar nicht so einfach sich mit den unzähligen Angeboten Chinesischer Spitäler und Praktikumsplätzen auseinanderzusetzen. Ich hatte ja eigentlich keine grosse Ahnung welche Orte und Einrichtungen als gut und welche vielleicht als weniger gut galten. Schon bald war ich ziemlich überfordert und musste mir selber eingestehen, dass ich auf Hilfe und Erfahrungen von Chinakennern angewiesen bin. Glücklicherweise gibt es Internet. Man mag ja sagen was man will aber in diesem Fall war ich echt dankbar dafür. Nach kurzer Zeit konnte ich eine Schweizer Schule für TCM ausfindig machen, die Praktikumsplätze in China vermitteln. Ein aufschlussreiches Gespräch mit der Studienleiterin schränkte die Auswahl der Orte klimabedingt bereits beträchtlich ein. So erfuhr ich, dass im Sommer in Beijing und Shanghai Temperaturen um 40°C keine Seltenheit sind und die Luftfeuchtigkeit extrem hoch ist. In Kombination mit Luftverschmutzung für uns Westler sicherlich nicht das angenehmste Klima, das man sich vorstellen kann.

Wir kamen also auf Kunming. Diese Stadt auf knapp 2000 Metern Höhe in der südwestlichen Provinz Yunnan schien ideal auf unsere Bedürfnisse ausgerichtet zu sein. Über die erwähnte Schweizer Schule konnte eine Vermittlung an das Kunming Municipal Hospital of TCM zustande kommen. Praktikumsplätze waren auch noch frei. Perfekt. Anschliessend ging es darum eine Bleibe für einen Monat für zwei Kinder und zwei Erwachsene zu organisieren. Wiederum konnten wir dank Internet über eine Chinesische Reisevermittlung ein Appartement sowie Inlandflüge buchen. Jetzt hört man ja immer mal wieder von betrügerischen Machenschaften genau solcher Reiseveranstalter. Ich, als grundsätzlich misstrauisch eingestellter Mensch war sowieso etwas paranoid in dieser Hinsicht und konnte mich nur schwer mit der Vorstellung anfreunden, irgendwelchen Organisationen Geld zukommen zu lassen ohne direkt etwas in den Händen zu haben (na ja, viele von Ihnen werden ähnliche Skepsis haben). Aber alles funktionierte (bis jetzt) einwandfrei. Wir haben also unser Appartement, die Inlandflüge und den Praktikumsplatz alles auf die Reihe gekriegt und es fehlt lediglich die Umsetzung unseres vorbereiteten Projekts.

Ach ja, was ich beinahe vergessen habe, für China wird natürlich ein Visum benötigt. Dafür muss man zweimal zur Chinesischen Botschaft (in unserem Fall in Bern) reisen. Einmal um das Gesuch zu stellen und ein zweites Mal um das Visum persönlich abzuholen (auch Zeit die eingeplant werden muss).

praxisgemeinschaft natürlich gesund© 2020 praxisgemeinschaft natürlich gesund • 4460 Gelterkinden
Impressum | Datenschutz | Kontakt